2021

Beobachtungsbericht vom 10. Juli 2021

Eingeläutet wurde der Beobachtungsabend von Gerald, mit dem ich kurz nach unseren letzten Treffen auf der Alm telefonierte, da ich einige Tage nach dem Treffen meinen Unmut etwas Luft machte, da ich das Gefühl hab, daß die visuelle Beobachtung bei uns immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.

Einige Tage vorher sah es ja noch nicht sehr rosig aus. Ab Donnerstag wurde Regen gemeldet, der am Samstag zwar aussetzten sollte, aber ab Sonntag wieder munter weiter plätschern sollte. Aber je näher der Samstag kam, desto besser wurden die Bedingungen.

Kurz nach halb 5 fuhr ich von zu Hause los und dank zweier Umleitungen und einigen Schleichern, war ich zwei Stunden später auf der Alm. Gerald, Walter und Kurt waren schon da. Nach einer kurzen Begrüßung stellte ich mein Teleskop auf den Platz und schon hatte ich die Sonne im Tubus. Ich hatte extra dafür meinen Bader Sonnenfilter mitgenommen und zeigten sich auch vor ein paar Tagen Flecken, auch von der größten Eruption seit Jahren war zu lesen, so war sie heute natürlich – fleckenlos. Nix mit Zeichnung!

Was also tun, kurz nach 7 Uhr am Abend. Es waren noch gut 2 Stunden Zeit, bis es dunkel werden würde und die ersten Sterne rauskommen. Ich zog einen Besuch bei der Aussichtswarte in Betracht, aber Gerald schwafelte plötzlich etwas von mähen daher und das kurz vor 8!

Drei Wochen vorher war eine Mähaktion angesagt, bei der auch mein Schatz und ich mitgemacht hatten. Theresa war diesmal aber nicht mit. Bis 2 Uhr beobachten war ihr dann doch zu lange, also blieb sie zu Hause. Bei dieser Aktion mähte Kurt, zu frühen Stunde, ein Stück Almwiese, zirka 50 Meter über dem Tunnel. Da wurde von uns aber nicht weitergemäht, sondern an anderer Stelle und Kurt wurde damit aber nicht fertig, denn in der Hitze, und das ist verständlich, wollte er nicht mähen. Wir haben, natürlich in der Hitze, etwas weiter westlich, dann schon gemäht. Und dieses Stück, wo Kurt nicht fertig wurde, wollte Gerald nun zu Ende bringen.      

Zu meinem tiefsten Bedauern hatte Gerald nur zwei Sensen und Walter einen stärkeren Willen, als ich, sich körperlich noch etwas zu betätigen. Kurt und ich begleiteten die Beiden natürlich, um sie wenigstens moralisch etwas zu unterstützen und um das herrliche Panorama auf Chip zu bannen.

Kurze Zeit später zogen wir aber in Richtung Almhaus von dannen, mit den Worten: „Wia gengan auf a Bia!“

Im Gastgarten herrscht Selbstbedienung und so bestell ich mir im Almhaus ein großes Bier und einen Holzfällertoast. Das Bier nahm ich natürlich gleich mit, den Toast brachte mir Kerstin. Langsam wurde es etwas frisch und so holte ich mir meine Weste vom Auto. Wieder zurück stand der Toast auf dem Tisch und so stärkte ich mich erst mal. Natürlich war danach ein Kaffee gefragt, um munter zu bleiben, mit Bananen Nougat Schnitte natürlich. Also wieder in´s Almhaus und diesmal nahm ich beides mit hinaus.

Bei Tisch saß nun auch schon Max, mit Frau – wie ungewöhnlich. Sonja gehörte aber zu Michael, der sie hier ablieferte und wieder zurück zur Astrostation fuhr, um sein Teleskop aufzustellen. Auch Gerald und Walter hatten ihre Mäharbeiten schon beendet.

Wir nahmen einen größeren Tisch in Beschlag und kurze Zeit später waren wir mit Roman komplett. Da er noch nichts zu trinken hatte, ging er ins Almhaus und ich gab ihm Geld für ein Seidl mit. Während wir so plauderten und die letzten Schnitzel und Toast verzerrten, wurde es langsam duster und die Venus strahlte vom Westhimmel.

Kurt und ich machten uns als Erster auf den Weg und der Rest folgte kurze Zeit später. Um 10 begann dann die eigentliche Beobachtung. Ich hoffe, ihr habt noch nicht aufgegeben zu lesen, denn nun wird es doch noch astronomisch.

Da es doch noch nicht richtig dunkel war, wollte ich mir erst mal ein Asterismus reinholen, von dem Max vor Kurzen in der Gruppe geschrieben hat. Der kleine Kleiderbügel, eine kleine Sternenansammlung, die seinen Großen Bruder um Füchschen sehr ähnlich ist. Dieser ist jedoch etwas über der Linie von Akfa Farkadain und Circitores, im Schwanz des Kleinen Bären zu finden. Aber leider konnte ich noch nicht alle Sterne des Kleinen Bären erkennen und so verlegte ich die Suche nach dem Bügel auf einen späteren Zeitpunkt. Also nahm ich erst mal Polaris, seinen Begleiter und den Diamantring ins Visier. Sche, so a Ringal.

Nun war es aber dunkel genug, um nach meinen eigentlichen Vorhaben Ausschau zu halten. Mein Ziel war, Barnards Pfeilstern im Schlangenträger, unweit des Asterismus und ehemaligen selbstständigen Sternbild, des Stier von Poniatowski, das von Marcin Odlanicki Poczobutt, einem polnisch-litauischer Astronom, zu Ehren des polnischen Königs Stanislaus Poniatowski eingeführt wurde. Ein Asterismus, das dem Kopf des Tierkreissternbildes Stier, also den Hyaden, sehr ähnlichsieht.

Der Asterismus gilt auch als offener Sternhaufen und trägt die Katalognummer Mel 186. Und ziemlich in der Mitte des rechten Horn des Stiers, also 66 Oph und dem Stern V 566 Oph befindet sich der Pfeilstern. Ausgehend von 66 Oph hatte ich ihn schon bald gefunden. Zum dritten Mal, jeweils in Abstand von 8 Jahren, konnte ich eine deutliche Positionsverschiebung erkennen. Nach einer kurzen Skizze widmete ich mich nun anderen Objekten, im Vater der Apotheker.

IC 4665, ein offener Sternhaufen, etwas nördlich von Beta Oph war der Erste. Von der Struktur her erinnert er mich ein wenig an die Krippe im Krebs, nur das IC 4665 etwas weniger Sterne hat. NGC 6426, zwischen Beta und Delta Oph konnte ich allerdings nicht finden.

Inmitten des Körpers von Asklepios, dem Sohn von Apollon und seiner Geliebten Koronis, den der Schlangenträger darstellt, suchte ich mir die beiden Kugelsternhaufen M 10 und M 12. Das waren noch die Helleren ihrer Art in diesem Sternbild.

Michael, gleich neben mir, zeigte seiner Sonja ein paar Objekte in der Leier und im Schwan. Max war auch im Schwan unterwegs. Zumindest fragte er mal nach den Katalognummern des Schleiernebel.

Kurz machte ich einen Sprung in den im Süden benachbarten Skorpion. Hier machte mich Xi Scorpii neugierig, der in meinem Atlas noch auf dem Blatt des Schlangenträger ist. Graffias, so sein Name, ist ein Doppelstern, der relativ leicht zu trennen ist. Beide leuchten leicht gelblich.

Wieder zurück im Apotheker suchte ich mir, etwas südlich von Zeta Oph den Kugelhaufen M 107 und südöstlich von Eta Oph M 9. Beide konnte ich aber nur als milchige Flecken erkennen.

Auch Michael war im Skorpion unterwegs. Zumindest motzte er herum;“daß de Kuglhaufm do goa nix kennan!“

Lustig wurde es, als Gerald der Sonja die griechisch – mythologische Entstehungsgeschichte der Milchstraße erzählte, also mit Herkules und Hera und von den Liebschaften von Jupiter, oder Zeus, wie er bei den Griechen genannt wurde. Der hatte nämlich auch schon die Himmelsbühne betreten. „Des san jo ois Schauagschichtn;“ motzte Michael herum. „So is jo de Wöd nie entstaundn!“

„Glaubst in da Büwe steht wos Gscheidas!“ gab ich lapidar bei.

Da Michael schon der Milchstraße entlang beobachtete, machte ich nun auch einen Streifzug, beginnend mit M 8, dem Lagunennebel im Schützen. Schön konnte man die Nebelstruktur und den darin eingebetteten Sternhaufen sehen.

Etwas nördlich davon, M 20, der dreigeteilte Triffidnebel, mit dem angrenzenden offenen Sternhaufen M 21. Weiter nach Norden, schaute ich bei M 24, der kleinen Sagittariuswolke, M 17, dem Schwanennebel und M 16, dem Adlernebel, im Schwanz der Schlange. Schön konnte ich auch hier die Strukturen der Nebel erkennen.

Regelrecht links liegen ließ ich M 25, einen weiteren offenen Sternhaufen im Schützen. Auf den machte mich aber Max aufmerksam, als ich gerade bei Atair und Tarazed im Adler unterwegs war. Meine Kollegen des Vereins hatten meiner Frau und mir von den Beiden ein Foto auf Aluminium gedruckt, zur Hochzeit geschenkt und uns dieses im Juni, bei einem Vereinstreffen übergeben. 

Dazu gekommen ist es schon fast ein Jahr vorher, als Anfang August ein paar Kollegen bei mir zu Hause waren. Walter versuchte da, remote ein Foto vom Hochbärneck aus zu machen, bekam aber keine Verbindung. Ich meinte dazu, so nebenbei; „mochst uns a Hochzeitsfoto?“

Geheiratet haben Theresa und ich im Oktober und Daniel sprang gleich auf den Zug auf und präsentierte mir ein paar Objekte, die er fotografiert hatte, via Signal.

Ich meinte: „Afoch a Foto, in de Müchstroßn eine fotografiert!“

Max zeigte zu der Zeit ein Foto von Atair und Tarazed, mit Barnard´s E, etwas westlich der Beiden, daß er im September aufgenommen hatte. „Sowos!“- meinte ich nur so nebenbei. Leider dauerte es dann bis in den Juni, bis zum nächsten Treffen.

Ich startete gerade den Versuch, Barnard´s E visuell zu erkennen, als Max etwas von Kleopatras Auge daher faselte. Da ich die Dunkelwolke leider nicht ausmachen konnte, widmete ich meine Aufmerksamkeit Max.

„Wo is des?“- fragte ich ihn. Umständlich erklärte er mir etwas, ausgehend vom Henkel des Teapot, also des östlichen Schützen, hinauf zu M22, dem Kugelhaufen und von da noch etwas weiter nördlich.

Ich folgte seinen Angaben mit meinem Feldstecher, streichte vom Henkel über M 22 und fand tatsächlich ein Auge, daß nach rechts schielt. Ich fragte meinen Atlas und nahm erst mal an, daß es sich um M 25, einem offenen Sternhaufen im Schützen handelt, der oberhalb einen Sternenbogen hat, der das Auge, M 25, wie eine Augenbraue überspannt. Max gab M 25 in sein Werkl ein und hatte einen Aha – Effekt.

Ich widmete mich nun der Suche nach dem kleinen Kleiderbügel, den ich mir schon am Anfang der Nacht suchen wollte. Ausgehend von Zeta Ursa Minor oder Akfa Farka zu Circitores oder Epsilon Ursa Minor, hatte ich, etwas nördlich der Linie, tatsächlich bald einen kleinen Kleiderbügel in meinem 38mm Okular.

Max hatte gerade den kleinen Orion im Tubus, als Kurt die ISS entdeckte, die gerade durch die nördliche Krone kreuzte und über den Bootes hinwegflog und dabei ziemlich hell wurde. Ich verfolgte sie bis in die Cassiopeia. Das war um zirka 1 Uhr 20.

Ich wollte mir eigentlich den kleinen Orion selber suchen, aber der ist im Schwan, und der stand gerade im Zenit. Net grod guad fia mei Gnack. Max tat sich mit Goto aber leichter, ist aber leicht zwischen Nordamerika und Pelikannebel zu finden. Also begnügte ich mich mit einer Betrachtung durch das Teleskop von Max.

Er hatte schließlich auch die Nova in der Cassiopeia drin, die immer noch gut zu beobachten war. Okay, erst war er auf der falschen Fährte, aber nach kurzen nachsehen hatte er sie. Die suchte ich mir auch gleich und da ich wußte, wo ich suchen muß, hatte ich sie auch gleich. Unweit von M 52 leuchtete sie immer noch munter dahin.

Max zeigte mir schließlich noch eine Mini Cassiopeia, in der Königin Äthiopiens. Max meinte, es ist eines der verlorenen Bodschen Objekte, also eine Sternansammlung, die Johann Elert Bode (1747-1826) bereits 1777 beschrieben hatte, aber vergessen wurde. Bis sie wiederentdeckt wurde und als Asterismus katalogisiert wurde.

Irgendwann um die Zeit wollte Gerald einen Galaxienvergleich in seinem und im Vereinsteleskop machen, durch das Walter beobachtete. Was Gerald, Walter und Kurt genau beobachteten, weiß ich nicht. Roman hatte als Einziger kein Teleskop aufgestellt. Er schaute nur mal da und mal da durch. Er und auch Michael mit Sonja, waren um die Zeit aber schon am Heimweg und Kurt packte auch schon zusammen. Gerald wollte für den Galaxienvergleich M 51, die Whirlpool-Galaxie in den Jagdhunden hernehmen, mußte aber feststellen, daß die, von seinem Standort aus, hinter der Hütte von Hans war.

„Dann eben M 81 oder M 82!“- beide im Großen Bären. „Do muaßt owa east a poa Bam im Noadn schlägan!“- warf ich ein. So is Gerald. Schließlich wurde die aufgehende Andromeda Galaxie dafür hergenommen und anschließend der Dreiecksnebel im Dreieck. Wer nun bei dem Galaxienvergleich besser abschnitt, ist aber hier nicht überliefert.

Ich beteiligte mich bei dem Vergleich nicht. Ich wollte nun den beiden Gasriesen Saturn und Jupiter einen Besuch abstatten. Ihr Anblick war aber alles andere als prickelnd.

Über das schlechte Seeing hatte Michael schon gemault. Das bekommt diesmal, Anfangs eine +2 und zu diesem Zeitpunkt eine 3. Zirren zogen auch immer wieder durch, störten aber weiter nicht. Von Westen zog eine Front auf und hinter dem Dürrenstein leuchtete es immer wieder auf. Von Westen wehte ein kräftiger, böiger Wind und die Temperatur sank auf 17°. Die Grenzgröße schätzte ich auf 5,5 – 6 mag.

Wie gesagt, prickelnd war der Anblick von Saturn und Jupiter nicht. Bei Saturn, im Steinbock, konnte ich nur Titan, rechts oberhalb erkennen. Bei Jupiter, im Wassermann, fehlte einer. Kallisto und Europa standen links, Io rechts des Gasriesen. Ganymed zog gerade vor Jupiter vorbei. Im 18mm Okular glaubte ich ihn noch zu erkennen, aber bei 8mm sah ich nur Mist. Leider vergrößert man das schlechte Seeing ja mit.

Mir fiel zwar auf, daß irgendetwas an Jupiter ungewöhnlich ausschaute, aber erst als Sepp am nächsten Tag fragte, ob uns aufgefallen sei, daß das nördliche Staubband fast verschwunden sei, wußte ich auch was.

Lange widmete ich mich aber nicht den Beiden, hatte auch keinen Sinn. Um 2 Uhr beendete ich die Beobachtung, packte zusammen und fuhr nach Hause.

Max beobachtete mit einem Bresser Refraktor, mit 500mm Brennweite und 90mm Durchmesser,

Kurt hatte zwei Geräte im Einsatz. Einen 135er FLT Refraktor mit 1080mm Brennweite und einen 100 DL Refraktor mit 1000mm Durchmesser,

Gerald mit seinem Equinox Dublet Apo mit 900mm Brennweite und 120mm Durchmesser,

Walter schaute durch das Vereinsteleskop, einem Takahashi Merlon mit 2500mm Brennweite und 250mm Objektivdurchmesser,

Michael hatte einen kleinen Refraktor mit, vermutlich, 500mm Brennweite und 102mm Durchmesser

Und ich mit meinen AR 127 mit 1200 mm Brennweite und mit dem 10×50 Nikon Feldstecher.

Beobachtungsbericht vom 3. Juni 2021

Eigentlich hat es mich nur deswegen hinausgezogen um zu beobachten, weil zwei Tage später, wo wir uns zum ersten Mal seit dem Lockdown auf der Alm trafen, die Aussichten nicht so berauschend waren. Richtig motiviert war ich also nicht.

Dennoch hab ich, nach etwas Gartenarbeit, mein Teleskop am Brunnen aufgestellt und gewartet, bis es finster wurde. Das es relativ lange dauerte, bis ich endlich etwas auf´s Korn nehmen konnte, steigerte die Motivation nicht gerade. Das sollte sich aber bald ändern.

Um Viertel nach 10 konnte ich endlich Epsilon Lyra anvisieren. Es war das erste, das mir auffiel. Schön waren die beiden Sternenpärchen zu trennen. Polaris sollte der Nächste sein und auch konnte ich problemlos zwei Sterne ausmachen.

Eigentlich wollte ich mir nun M 81 und M 82, über dem Genick der Bärin suchen, aber dafür war es mir noch nicht dunkel genug. Also fragte ich meinen Atlas, was sich denn anbietet und stieß auf          M 53, einen Kugelhaufen im Haar der Berenice. Zugegeben, bis ich die drei helleren Sterne von der Perücke der Pharaonin freiäugig identifizieren konnte, dauerte es noch ein wenig. Aber, kurz nachdem ich Diadem oder Alpha Coma gefunden hatte, hatte ich auch den Kugelhaufen im Auge. Etwas milchig, aber doch schön zu erkennen, leuchtete er mir in den Tubus.

Natürlich hörte ich auch die Rufe eines weiteren Kugelhaufens, M3, in den benachbarten Jagdhunden, hart an der Grenze zu Bootes. Der steht ja ziemlich in der Mitte von Arktur im Bärenhüter und dem Herz Karls seiner Hunde oder in Verlängerung von Delta und Beta Coma in Richtung Osten. Auch dieser, doch kompaktere Kugelsternhaufen, leuchtete bald in mein Teleskop.

Nun war es schon dunkel genug, um sich in die Welt der Galaxien vorzuwagen. M 81 und M 82 waren leider nicht mehr in meinem Sichtbereich, also blieb ich in der Gegend.

64, die Blackeye Galaxie, war die Erste. Die war rasch gefunden, liegt sie doch in der Diagonale von Alpha zu Delta Coma im ersten Drittel der Linie. Keine Ahnung, warum ich den Doppelstern, gleich daneben, ignoriert hab.

Weiter in der Diagonale liegt auch NGC 4565, die Nadel Galaxie, welche auch als Haarspange der Berenike bezeichnet wird. Damit war ich mitten im Comahaufen.

Etwas östlich des Galaxienhaufens, in Falllinie von 30 und 31 Coma, fand ich NGC 4725, eine schöne Spiralengalaxie, auf die man aus einem Winkel von etwas mehr als 30 Grad draufschaut.

Nun machte mich der Virgohaufen neugierig. M 87 war hier die erste Galaxie, die ich mir suchte. Auf der Linie von Epsilon Virgo zu Beta Leo, liegt diese etwa auf halber Strecke.

Nach einem kurzen Schwenk nach Westen, wieder zurück in den Haarschopf der Pharaonin, stieß ich auf M 99, M 98 und M 100. Schon im Fernglas zeigten sich ein paar milchige Kleckse, im 38mm Okular konnte ich natürlich schon mehr erkennen, aber mit meinem 13mm Okular konnte ich die fernen Welten erst wirklich schön betrachten.

Natürlich schwirrten, besonders im 38mm Okular, auch einige mehrere Galaxien herum. Sie zu identifizieren war mir aber zu mühsam.

Zwischen M 87 und der Dreiergruppe wollte ich natürlich auch das Gesicht des Virgohaufen aufsuchen. Schon im 38mm Okular strahlte es mir entgegen, mit 92-facher Vergrößerung konnte ich jedoch auch die Zähne blitzen sehen.

Im südlichen Bereich des Galaxienhaufens holte ich mir noch M 49 vom Himmel. Die elliptische Galaxie ist die hellste in dem Haufen und strahlte schon bald in meinen Tubus.

Nun hätte ich mir noch gerne M 104, den Sombrero Nebel gesucht, der war aber um die Zeit schon hinter dem Dach verschwunden.

Ehe ich es vergesse. Das Seeing war wieder mal vom feinsten und bekommt eine 1 Minus. Die Temperatur sank während der Beobachtungszeit von 15 auf 12 Grad und es war die ganze Zeit fast windstill. Auf die Grenzgröße hatte ich aber nicht geachtet.

Obwohl ich schon des Öfteren Galaxien im Virgohaufen beobachtet hab, war es diesmal das erste Mal, daß ich mir die fernen Inseln selber gesucht hab. Kurz vor halb Eins beendete ich die Beobachtung.

Auch diesmal beobachtete ich mit meinem Bresser Refraktor mit 1200mm Brennweite und 127mm Öffnung und mit meinem 10×50 Nikon Feldstecher

Beobachtungsbericht vom 4. April 2021

Schon am Vormittag schrieben ein paar Vereinskollegen, daß sie heute auf´s Hochbärneck fahren würden. Leider war es mir nicht möglich, rauf zu fahren, weil ein Stoßdämpfer meines Autos kaputt war und in Theresas Auto würde ich weder mein langes Stativ, noch alles andere, was ich so zum Beobachten brauche, hineinbringen. Und so beschloß ich, zu Hause zu beobachten.

Der Wind, der uns am Nachmittag noch kräftig um die Ohren geblasen hatte, legte sich zum Glück. Hätte der Wind nicht nachgelassen, hätte ich nur mit dem Feldstecher beobachtet. Ich hatte ohnehin vor, mehr mit dem 38mm Okular zu beobachten, um
z. B . die Plejaden in voller Pracht betrachten zu können.

Gegen 18 Uhr stellte ich mein Teleskop in den Garten und wartete darauf, daß es dunkel genug war, um die Beobachtung beginnen zu können.

Kurz vor 8, ich war gerade auf der Terrasse, fiel mir Sirius auf. Da beschloß ich, eine Aktion, zu der Gottfried voriges Jahr aufrief, Zeiten zum erscheinen der Sterne zu notieren, zu wiederholen.

Ich schnappte meinen Feldstecher und ging runter in den Garten. Um 20 Uhr 10 konnte ich das gesamte Wintersechseck erkennen, zwei Minuten später die Gürtelsterne. Noch eine Minute später Sahip und Bellatrix, womit Orion komplett war und eine weitere Minute später Regulus, Polaris, den Großen Wagen und um
20 Uhr 15 Arktur im Bootes.

Dazwischen dachte ich, die ISS am Osthorizont zu sehen, aber Stellarium und verschiedene Webseiten sagten mir, daß sie
10 Minuten früher, als ich sie gesehen hab, im Osten verschwunden sei. Also um 5 nach 8, nicht erst um Viertel nach.

Mit dem Feldstecher konnte ich nun auch schon die Plejaden erkennen und wenn ich genauer hinsah, auch schon mit freiem Auge. Auch die Hyaden zeigten sich bereits, mit Aldebaran als rotes Auge.

Fast zwischen den beiden Sternhaufen machte mich nun ein Asterismus neugierig, auf das mich Max vor Kurzem aufmerksam gemacht hatte. Davids Hund, das im Gesamtbild ein wenig an den Großen Hund erinnert.

Natürlich hab ich mich gefragt, warum der ausgerechnet Davids Hund heißt und bin auf folgendes gestoßen. Wenn man etwas über die mythologische Personifizierung der Sonne nachlesen will, stößt man auf Mithras, eine alte Gottheit, die die Römer von den Persern übernommen haben.

Eine Darstellung dieser Gottheit zeigt, wie er einen Stier tötet. Wenn man das auf die aktuellen Sternbilder überträgt, stellt das Sternbild Stier, nona, den Stier dar und Perseus, Mithras. Mithras stößt dem Stier an der Stelle einen Dolch in die Schulter, wo am Himmel die Plejaden stehen und auf vielen dieser Darstellungen, ist auch ein Hund zu sehen. Gebt Mithras im Google ein und ihr findet genug Bilder, die euch das zeigen.

Davids Hund ist zwar nicht an der Stelle am Himmel, wo er auf den Darstellungen zu sehen ist, aber immerhin, es gibt einen. Weiter in meiner Theorie, heißt ein US-amerikanische Mithrasforscher, der die Tauroktonie, wie der moderne Name der Stiertötung lautet, astronomisch deutet, ausgerechnet David Ulansey. Naja, und wenn ihm zu Ehren nun jemand ein Asterismus, daß sich im Stier befindet und welches einen Hund darstellt, Davids Hund nennt, ist das meiner Meinung nach, nicht so abwegig. Aber ich schweife ab.

Nun, im Feldstecher betrachtet, konnte ich den gesamten Hund erkennen, mit dem 38mm Okular mußte ich aber schon etwas herumschwenken, um Davids Doc, so im Original, zu sehen. Davids Hund wird auf jeden Fall ein Objekt sein, daß ich wieder mal besuchen werde.
Nach dem Hund machten mich noch zwei weitere Objekte im Stier neugierig. Auch sie waren ein paar Wochen vorher Gesprächsthema zwischen Max und mir. Das eine war NGC 1647, ein offener Sternhaufen, der sich ein Stück vor den Hyaden befindet. Im 38mm Okular zeigte sich da ein schönes Schmuckkästchen.

Noch ein Stück vor den Hyaden, in Richtung der Hörner des Stiers befindet sich NGC 1746, ein weiterer offener Sternhaufen, der aber als Asterismus gilt, da die Ansammlung der Sterne, nicht wie bei einem Sternhaufen üblich, gemeinsam entstanden sind, sondern, in verschiedenen Entfernungen, zufällig, von uns aus, in gleicher Richtung stehen, wie visuelle Doppelsterne, die ja auch nicht einander umkreisen.

Jetzt erst fiel mir ein rotes Objekt, etwas außerhalb von NGC 1746 auf, daß so gar nicht hier hingehört. Als ich das letzte Mal von ihm gelesen hab, war er im Goldenen Tor der Ekliptik unterwegs. Das war Anfang März, wenn ich nicht irre. Mars, der vorigen Oktober in Opposition zur Sonne stand, krebst also immer noch in der ersten Nachthälfte herum. Ein schöner Anblick war er aber nicht mehr.

Nun machte mich M 1, der Überrest einer Supernovaexplosion, beim linken Horn des Stier neugierig. Als ich mit dem 38mm Okular da so herumschwenkte, fiel mir aber eine Sternansammlung, etwas südöstlich der Hörner auf. Cr 65 ist eine kleine Anhäufung von Sternen verschiedener Helligkeit, die aber noch zum nördlichen Orion gehört, hart an der Grenze zum Stier.

Nun aber zu M 1. Ich dachte, wenn ich Zeta Taurus anvisiere, sollte ich mit etwas herumschwenken auch den planetarischen Nebel im Blickfeld haben. Hatte ich auch. Und er war der Grund, daß ich das erste Mal das Okular wechselte. Im 13mm Okular kam er echt gut rüber.

Damit schwenkte ich auch nochmal zurück zum roten Planeten, der aber auch größer kein Hingucker mehr war.

Nun wollte ich aber noch rasch M 42, den Orionnebel einen Besuch abstatten und da packte mich der Ehrgeiz. Das Seeing war nämlich gar nicht so schlecht. Das bekommt diesmal eine 1 Minus, das ganze bei Anfangs 0, später -2 Grad und bei fast Windstille. Auf die Grenzgröße hatte ich aber nicht geachtet.

M 42 stand schon ziemlich tief und drohte schon hinter dem Hausdach zu verschwinden, dennoch wollte ich mir nicht nur das gesamte Schwertgehängte, welches sich aus den Gasnebeln M 42,
M 43 und NGC 1977, dem Running Man, sowie aus den beiden offenen Sternhaufen NGC 1981 und NGC 1980 und außerdem ein paar kleinen Reflexionsnebel zusammensetzt im 38mm Okular vom Himmel holen, sondern mein Ehrgeiz verlangte nach den Komponenten E und F im Trapez des Orionnebel. Aber leider stand er schon zu tief und so konnte ich selbst im 8mm Okular weder den einen, noch den anderen, wenigstens aufblitzen sehen. Das Flimmern der aufsteigenden Wärme über dem Hausdach machte die Situation auch nicht leichter.

Genug in den Winterbildern herumgewandert. Zeit mal zu schaun, was sich im Frühling tut. Ich machte nun wieder mit dem 38mm Okular weiter. Der Krebs hatte den Meridian bereits überschritten und in dem bot sich natürlich M 44, die Krippe an. Die ist immer wieder ein Hingucker. Zu wenig beachte ich hingegen den Zweiten offenen Sternhaufen, M 67, der in der linken Schere des Krustentiers zu finden ist. Auch hier findet sich eine schmucke Ansammlung von Sternen.

Noch nicht über der Mittagslinie war Leo, der Löwe. Hier steuerte ich gleich mal das Triplett, im hinteren Bereich der Raubkatze an. Die holte ich mir natürlich auch größer rein, aber weiter als bis auf 13mm oder etwas mehr als 90 fache Vergrößerung ging ich auch hier nicht. Fahl fielen mir die Lichter von den Galaxien M 65, M 66 und NGC 3384 ins Okular. Im Bauchbereich der Katze suchte ich mir M 95, M 96, M 105 und NGC 3384, sowie etwas nordöstlich davon, NGC 3412.

NGC 3227, eine weitere Galaxie, etwas östlich von Algieba, dem Halsstern vom Löwen, war zwar nicht so erleuchtend, aber ich konnte sie erkennen. Natürlich nahm ich auch Algieba oder Jota Leo, auf´s Korn. Algieba ist ein schöner Doppelstern, dessen Komponente zwar unterschiedlich hell, aber beide gelb leuchten. Zwischen Algieba und Adhafera, oder Zeta Leo, suchte ich mir  
 NGC 3193 und NGC 3190, die zwei helleren des Leo Quartett.

Für den Abschluß holte ich mir noch NGC 2903, an der Nasenspitze des Löwen vom Himmel.

Damit hatte ich genug für´s Erste und ich schloß ich die Beobachtung kurz vor halb 11.

Beobachtet hab ich mit meinem 4 ½ Zoll Refraktor und meinem 10×50 Nikon Feldstecher.

Den Sternen näher im Ötscherland

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