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startseite : astronomie : kometen : benennung


Benennung von Asteroiden und Kometen


Asteroiden und Kometen werden nach einem zweistufigen Verfahren benannt. Unmittelbar nach ihrer Entdeckung erhalten sie zunächst einen sogenannten provisorischen Namen aus Zahlen und Buchstaben, der im Wesentlichen das Entdeckungsdatum nach einem von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) festgelegten Schema beinhaltet. Nachdem die genaue Umlaufbahn des neuentdeckten Asteroiden oder Kometen bestimmt und durch unabhängige Beobachter bestätigt wurde, hat der Entdecker das Vorschlagsrecht für einen Namen dieses Objekts, welcher dann von der IAU unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien offiziell vergeben wird.


Provisorischer Name

Das aktuelle Benennungsschema wurde aus älteren Systemen durch Erweiterung gebildet, so dass ältere Bezeichnungen mit neueren konsistent sind.

Zusammensetzung

Der provisorische Name des neuentdeckten Asteroiden oder Kometen wird von der IAU anhand des Entdeckungsdatums aus folgenden Bestandteilen gebildet:

  1. Das Beobachtungsjahr
  2. Ein Leerzeichen
  3. Ein Buchstabe bezeichnet den Halbmonat der Entdeckung. Vom 1. Januar bis zum 15. Januar wird der Buchstabe A benutzt, ab dem 16. Januar bis Ende Januar B usw. bis schließlich in der zweiten Dezemberhälfte Y verwendet wird. Dabei wird der Buchstabe I übersprungen.
  4. Eine Zahl für einen Kometen bzw. einem zweiten Buchstaben für einen Asteroiden. Für Kometen wird dabei einfach eine fortlaufende Zahl verwendet. Für Asteroiden hingegen wird das Alphabet wiederholt von A bis Z durchgegangen (auch hier wird das I ausgelassen), wobei die Anzahl der Durchläufe durch das Alphabet mit einer angehängten tiefgestellten Zahl beginnend bei Null für den ersten Durchgang bezeichnet wird. Die Null für den ersten Durchgang wird weggelassen, so dass die tiefgestellten Zahlen erst ab 1 für den zweiten Durchgang beginnen. Aufgrund der Beschränkung des ASCII-Zeichensatzes (und aus Bequemlichkeit) wird allerdings häufig auf die Tiefstellung der Durchlaufszahl verzichtet.
  5. Kometen bekommen zusätzlich noch einen weiteren Buchstaben gefolgt von einem Schrägstrich vorangestellt, sobald die Bahnelemente genauer bestimmt sind (siehe dazugehörige Tabelle).
  6. Objekte, die man ursprünglich als Asteroiden ansah und sich als Kometen herausstellen, behalten ihre ursprüngliche Bezeichnung. Man stellt ihnen jedoch wie allen anderen Kometen den die Bahn charakterisierenden Buchstaben voran.

Tabellierte Buchstabenkodierung des Benennungsschemas:



Buchstabenkodierung der Bahnen von Kometen



Beispiele

Im Jahr 2004 wurde also beginnend vom 1. Januar der erste entdeckte Asteroid 2004 AA genannt. Dieses Schema läuft dann bis 2004 AZ durch, welches dann vom nächsten Durchlauf 2004 AA1 gefolgt wird. Dieses Schema wird solange durchgegangen bis der 16. Januar beginnt und der erste Buchstabe auf B springt und es mit 2004 BA weitergeht.

Der mittlerweile unter dem Namen Sedna bekannte Himmelskörper hatte die provisorische Bezeichnung 2003 VB12. Er wurde also in der ersten Hälfte des Novembers 2003 entdeckt und war die 302. Entdeckung in diesem Zeitraum (B->2 + 12*25 = 302).

Kometenentdeckungen werden änlich benannt: 2004 A1 ist der erste entdeckte Komet des Zeitraums vom 1.-15. Januar 2004, 2004 A2 der zweite usw.

Der Komet Hyakutake zum Beispiel wird auch unter der Bezeichnung C/1996 B2 geführt. Hyakutake war also der zweite Komet, der in der zweiten Hälfte des Januars 1996 entdeckt wurde. Seine Umlaufzeit ist, wie das C anzeigt, größer als 200 Jahre.

Dauerhafter Name

Asteroiden

Die Namen der Asteroiden setzen sich aus einer vorangestellten Ziffer und einem Namen zusammen. Die Ziffer gibt die Reihenfolge der Entdeckung des Himmelskörpers an. Sie wird nur vergeben, wenn die Entdeckung des Asteroiden bestätigt wurde. Der Entdecker hat das Vorschlagsrecht für die Vergabe eines Namens. Dieser muss aber durch eine Kommission der IAU bestätigt werden, da es Richtlinien für die Namen astronomischer Objekte gibt. Dementsprechend existieren zahlreiche Asteroiden zwar mit Nummer aber ohne Namen, vor allem in den oberen Zehntausendern.

Der erste Asteroid wurde 1801 von Giuseppe Piazzi an der Sternwarte Palermo auf Sizilien entdeckt. Piazzi taufte den Himmelskörper auf den Namen Ceres Ferdinandea. Die römische Göttin Ceres ist Schutzpatronin der Insel Sizilien. Mit dem zweiten Namen wollte Piazzi König Ferdinand IV., den Herrscher über Italien und Sizilien ehren. Dies missfiel der internationalen Forschergemeinschaft und man ließ ihn weg. Die offizielle Bezeichnung des Asteroiden lautet demnach (1) Ceres.

Bei den weiteren Entdeckungen wurde die Nomenklatur beibehalten und die Asteroiden wurden nach römischen und griechischen Göttinnen benannt; dies waren (2) Pallas, (3) Juno, (4) Vesta ... (17) Thetis (der erste von 24 Düsseldorfer Planetoiden), (288) Glauke (der letzte der Düsseldorfer Planetoiden), usw.

Als immer mehr Asteroiden entdeckt wurden, gingen den Astronomen die antiken Gottheiten aus. So wurden Asteroiden unter anderem nach den Ehefrauen der Entdecker, zu Ehren historischer Persönlichkeiten oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Städten, Märchenfiguren und Gottheiten aus anderen Religionen benannt. Beispiele hierfür sind die Asteroiden Kleopatra, Albert, Annefrank, Jodiefoster, Lutetia, Rumpelstilz, Varuna, Quaoar und Sedna. Diese Praxis trieb Blüten. So ist beispielsweise der 1935 entdeckte Planetoid Haremari zu Ehren beliebter Schauspielerinnen und der Freundinnen einiger Mitarbeiter des Astronomischen Rechen-Instituts in Heidelberg benannt, als Harem des ARI.

Kometen

Üblicherweise wird ein Komet nach seinen Entdeckern benannt, so ist z.B. der Halleysche Komet nach Edmond Halley benannt, der als erster erkannte, dass einige Kometenbeobachtungen der Vergangenheit zu einem in regelmäßigen Abständen von 76 Jahren wiederkehrenden Kometen gehören. Der Komet Shoemaker-Levy 9 z.B. ist der neunte Komet, den Eugene und Carolyn Shoemaker zusammen mit David Levy entdeckt haben.

Durch systematische automatisierte Himmelsdurchmusterungen, insbesondere nach potentiell gefährlichen Erdbahnkreuzern, werden neben vielen Asteroiden (daher auch die hohen Durchlaufzahlen neuerer Entdeckungen) auch viele neue Kometen durch diese Programme gefunden. Dem provisorischen Namen wird dann zusätzlich der Name der Beobachtergruppe in Klammern angehängt, in der Tradition der Benennung nach den Entdeckern. So haben alle vom Suchprogramm LINEAR gefundenen Kometen den Namensbestandteil 'LINEAR', oder (wenn die Entdeckung zeitgleich einem anderen Beobachter oder einer anderen Beobachtergruppe gelang) einen kombinierten, wie z.B. 'LINEAR-NEAT'. So zum Beispiel der Kometen mit der Bezeichnung C/2002 T7 (LINEAR), der am 14. Oktober 2002 entdeckt wurde, und im Mai 2004 eine scheinbare Helligkeit von etwa 2m erreichte.


Ein Artikel von Wikipedia


(c) verein astrostation hochbärneck