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astronomie / astrotipps



Astrotipps für Anfänger

Allgemeines

Aller Anfang ist schwer!

So oder so ähnlich besagt es ein altes Sprichwort, dies muss jedoch nicht so sein. Ist das Interesse am Sternenhimmel einmal entbrannt, so sollte man nichts überstürzen sondern die Sache behutsam angehen.

Zuallererst sollte man sich einmal mit dem Himmel und seinen Sternbildern vertraut machen. Hilfreich sind dabei sogenannte drehbare Sternkarten, die im guten Buchhandel jederzeit erhältlich sind oder im astronomischen Fachhandel auf alle Fälle zu bekommen sind.

Hegt man dann auch noch der Wunsch nach einem eigenen Fernrohr, sollte man sich ein wenig erkundigen, was so für einen Anfänger geeignet ist. (Dazu mein Buchtipp: Das Astro-Teleskop für Einsteiger vom Kosmos-Verlag)

Meiner Meinung nach ist es besser mit einem kleineren Gerät anzufangen, um sich mit dem Sternenhimmel und der Leistung des Teleskops vertraut zu machen ( nach dem Motto: jedes Fernrohr hat seinen Himmel ). Lässt einen die Leidenschaft mit den Sternen dann nicht mehr los, kann man die Ausrüstung immer noch vergrößern und das Vorgängerteleskop in das neue Equipment integrieren.

Sehr gut für den Anfang der instrumentellen Himmelsbeobachtung eignen sich auch Feldstecher. Sie haben große Gesichtsfelder und eignen sich hervorragend zum Durchstreifen der Milchstraße, sich einen Überblick zu verschaffen oder auch für helle Kometen. Nachteilig wirkt sich die starke Ermüdung der Arme und des Genicks bei längeren Beobachtungen aus, sodass es von Vorteil ist, den Feldstecher mit Hilfe einer Klemme auf ein Stativ zu montieren.

Hat man noch ein wenig Literatur über Astronomie angeschafft, wie Kosmos Himmelsjahr oder dergleichen, steht dem Griff nach den Sternen eigentlich nichts mehr im Wege.




Was sehe ich am Himmel mit bloßem Auge



1. Sonne und Mond

Die Natur hat es sich so eingerichtet, dass das menschliche Auge Lichtwellen wahrnehmen kann und somit Dinge sieht, die Licht selber ausstrahlen (Sonne) oder Licht reflektieren (Mond).

Damit sind wir auch schon bei den beiden hellsten Objekten des Firmaments. Wer kann sich noch an das tolle Schauspiel der totalen Sonnenfinsternis im August 1999 erinnern? Ein umwerfender Anblick der pechschwarzen Mondscheibe vor dem Sonnenball.

Achtung!!! - Niemals mit ungeschütztem Auge in die Sonne schauen!!!


Bei Sonne und Mond können ab und zu sogenannte Lichthöfe wahrgenommen werden die Halos genannt werden und atmosphärische Erscheinungen darstellen.

Bei Sonnenauf - bzw. Sonnenuntergang ist es möglich, bei Nichtblendung und hoher Fleckenaktivität den einen oder anderen riesigen Sonnenfleck als schwarzen Tupfen wahrzunehmen. Aber Vorsicht, die Sonne muss gut durch die Luftschichten abgeblendet sein. (dunkelrot).

Am Mond können wir mit freiem Auge schon wesentlich mehr feststellen. Den Anfang bilden dabei natürlich die unterschiedlichen Phasen des Mondes, die durch unterschiedliche Beleuchtungsverhältnisse während des Umlaufs um die Erde auftreten.

Auf der Mondoberfläche selbst können wir mit freiem Auge dunkle Flecken erkennen, die sogenannten MARE zu deutsch Meere. Die Besonderheit dieser Meere zu den Erdmeeren ist, dass sie nicht aus Wasser sondern aus erstarrter Lava bestehen.

Die hellen Gebiete sind Teile der Mondoberfläche, die mit unzähligen Kratern, Bergen , Rillen und Tälern überzogen sind, aber erst mit Feldstecher oder besser mit kleinem Fernrohr erkannt werden können.


Zu einem besonderen Ereignis der Mondbeobachtung gehört auch noch das Himmelsschauspiel einer Mondfinsternis. Der Anblick des kupferroten Vollmondes vor dem Hintergrund der Sternbilder ist auch mit freiem Auge ein Leckerbissen.



2. Die Planeten

Im Bereich der scheinbaren Sonnenbahn (Ekliptik) halten sich auch die Planeten auf. Fünf davon sind mit bloßem Auge zu erkennen.

Beobachtet man diese Wandelsterne über einen längeren Zeitraum von Tagen oder Wochen, wird einem sicherlich die Bewegung des Planeten durch die Tierkreissternbilder auffallen.

Als Hilfsmittel leistet eine drehbare Sternkarte auch hier wieder gute Dienste. Vergleicht man die Sternbilder entlang des Tierkreises mit der Karte und scheint es, dass am Himmel ein hellerer Stern mehr zu sehen ist, so handelt es sich meistens um einen Planeten.

Anhand eines Himmeljahrbuchs lässt sich in der Regel dann sehr schnell ermitteln, um welchen es sich handelt. Ein weiteres Indiz ist die Tatsache, dass Planeten weit weniger "funkeln" als Sterne. Aufgrund der größeren Winkelausdehnung der Planeten gegenüber den punktförmigen Sternen kommt die Störung der Lichtwellen durch die Atmosphäre weit weniger zum tragen.


Die Sterne rücken näher mit einem kleinen Fernrohr

Hat man sich entschlossen ein kleines Fernrohr anzuschaffen, etwa einen 60mm Refraktor (Linsenfernrohr) wie ich ihn zum "spechteln" benütze, so kann man damit Dinge erkennen, von denen sogar Galileo Galilei noch geträumt hätte, obwohl er der erste war der ein Teleskop zum Himmel richtete. So schlecht war die Qualität seiner Pappröhren mit Brillengläsern.


Josef Büchsenmeister


(c) verein astrostation hochbärneck