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Jupiter die 2te am 31. Oktober 2011

Eigentlich hatten wir es uns zu dritt am Freitag auf der Alm schon ausgemacht, Jupiter am Haberg nochmal zu beobachten. Ich hatte wieder mal kein Auto, da meine Frau arbeiten mußte und Gerald hatte kurzfristig auch keine Zeit, was ich ja auch schon gewohnt bin, was zur Folge hatte, daß ich meinen großen in den Garten stellen mußte, um mir den Gasriesen ein zweites Mal länger vor die Linse zu holen.
Da ich wußte, daß Ganymed und Io diesmal schon früh am Abend vor Jupiter vorbeiziehen würde, stellte ich meinen Fh schon vorm Spazierengehen mit dem Hund zum auslüften auf die Terrasse.
Kurz nach ½ 7 gesellte ich mich, gesellte ist gut, als wenn er Gesellschaft brauchen würde. Ich packte mich warm ein und begab mich zur Beobachtung in den Garten.
Der Mond stand schon ziemlich knapp über den Dächern der Nachbarschaft und so nahm ich erst mal ihn ins Visier. Viel Beachtung schenkte ich unsren 5 Tage alten Begleiter nicht, denn wenige Minuten später kratzte er ohnehin schon am ersten Rauchfang.


Gerade rechtzeitig schwenkte ich um auf Jupiter. Gerade als ich ihn anvisierte, sah er aus, als hätte er einen Eiterpickel. Erst dachte ich, es sei Io, der gerade seinen Durchgang beendet. Aber nein, Cartes du Ciel zeigte mir, daß Ganymed den seinen gerade begann. Io zeigte es mir irgendwo jenseits des Meridians im südlichen Wolkenband und Dank zeitweilig halbwegs guter Durchsicht, konnte ich auch diesen samt Schatten immer wieder mal aufblitzen sehn.
Das Seeing war diesmal unter jeder Kritik, mit einigen Lichtblicken. Es war sehr Dunstig und zum Ende hin hatte ich mit Hochnebel zu kämpfen. Außerdem wehte mir ein böiger Ostwind um die Ohren, der die 8° nicht gerade angenehmer machte.
Gegen 19 Uhr 20 beendete Io seinen Transit und war wenige Minuten später wieder neben dem Planeten sichtbar. Details waren diesmal nicht sehr viele erkennbar. Neben den beiden breiten Bändern ein paar dünnere und ein dunkler Fleck am nördlichen dicken Wolkenband. Ganymed zog im Bereich des Südpol vor Jupiter vorbei.
Wahrscheinlich allein dank der Tatsache, daß ich den Eintritt Ganymeds beobachten konnte, konnte ich diesen und seinen Schatten auch im gesamten Verlauf des Transits verfolgen. Gegen 20 Uhr 10 trat Ganymed westlich des Gasriesen wieder hervor und der Hochnebel wurde immer lästiger. Natürlich wollte ich auch den Austritt des Schattens beobachten, nur verschwand Jupiter immer wieder hintern Dunst.
Um 20 Uhr 45 war der Spuk vorbei. Ohne den Schatten noch mal zu Gesicht zu bekommen ging das Ereignis zu Ende. Alle Monde waren wieder zu sehen, Io und Ganymed westlich, Europa und Kallisto östlich.
Da es für eine weitere Beobachtung ohnehin zu windig war und der den Dunst nicht gerade vertrieb, packte ich zusammen und begab mich vor die Klotze.

Beobachtungsbericht vom 28. Oktober 2011

Versprochen, das ist der letzte Beobachtungsbericht der einen öffentlichen Abend folgt. Kunststück, es war ja auch der letzte Abend dieser Art für heuer. Aber solche öffentliche Beobachtungen sind mir gerade recht. Der zwei Tage alte Mond war schon längst unterm Horizont, als wir auf die Alm kamen und Jupiter hatte einen Tag später seine Opposition.
Meinem Aufruf folgten nur Sepp und Walter, der aber dann doch nicht kam. Ich verabredete mich mit Gerald, Christoph und Gerlinde meldeten sich auch an.
Gerald kam wie üblich eine halbe Stunde zu spät, kurz nach sieben und nicht ganz eine Stunde später waren wir auf der Alm. Sepp war schon da und betreute unsere einzigen Gäste, ein Ehepaar aus St. Anton und Kurt hatte wieder mal seinen Dobson aufgebaut.
Was mir beim ersten runter gehen, zur Station auffiel war, daß im Almhaus kein Licht brannte und Sepp bestätigte, daß drüben geschloßen sei. Ein Kaffee zwischendurch wäre nicht schlecht gewesen. Schlimmer traf es Gerald, der zu Hause nichts gegessen hatte, weil er vorhatte, sich bei Erika zu stärken. Manchmal glaubte ich tatsächlich, der Ötscherbär stehe hinter mir. Ich hatte zum Glück zu Hause eine Kleinigkeit gegessen und außerdem noch ein Weckerl mit.
Rasch hatten auch Gerald und ich unsere Geräte aufgebaut und schon bald hatten wir mit vier Teleskopen den Gasriesen im Visier. Gleich mal vorweg, zwei Stunden nahmen wir den Götterboss aufs Korn.


Irgendwann in der Zeit waren dann auch Gerlinde und Christoph mit ihrem Sohn, ich hab leider seinen Namen vergessen und Gottfried, einem Bekannten bei uns. Auch sie waren von Jupiter mehr als begeistert.
Was war an Jupiter diesmal so besonderes. Naja, außer daß er seine Opposition in Erdnähe hatte und das nicht alle Jahre vorkommt, war der Große rote Fleck zu sehn, Europa wanderte vor ihm vorbei, warf seinen Schatten auf den Planeten und bedeckte diesen noch dazu teilweise. Gerade, als ich diese Zeilen schreibe, hab ich mir Jupiter noch mal im Cartes du Ciel angesehen und hatte zufällig den Erdschatten eingeblendet und der lag ebenso über dem Gasriesen, zumindest in der ersten Beobachtungsstunde im Kernschatten, danach im Halbschatten. Beim beobachten selber ist uns das natürlich nicht aufgefallen. Die Nähe hatte auch zur Folge, daß Jupiter Größer und heller erschien als bei anderen Oppositionen. Außerdem war das Seeing Großteils echt gut.
Was heißt Großteils? In dieser Nacht war es sehr dunstig, was nicht nur zur Folge hatte, daß unsere Linsen pausenlos anliefen, sondern daß auch das Seeing sich sehr rasch änderte. Es bekommt diesmal eine 2, +/- eine halbe Note. Laut Sepp lag die Durchsicht Anfangs bei gut 6 mag, verschlechterte sich aber wegen des Dunstes im Laufe des Abends auf 5 – 5,5 mag., es hatte +3° und es wehte kaum Wind. Der Dunst sorgte dafür, daß wir immer wieder mal den Föhn einsetzen mußten.
Die Guten Bedingungen ließen zu, daß man auf Jupiter wirklich viele Details beobachten konnte. Neben dem roten Fleck waren auch andere Wolkenstrukturen, einige Bänder und, wenn auch etwas spät, Europa und sein Schatten zu erkennen.
Auch wenn wir uns immer wieder mal aufwärmten, hatte ich noch nie zuvor den Gasriesen so lange beobachtet. Durch die drei Linsenteleskope wirkte er oft wie ausgestochen und durch Kurts Dobson waren Details zu erkennen, die man sonst nur erahnen könnte.
Das Paar aus St. Anton hatte uns schon verlassen und der Dunst wurde immer lästiger und Gerald erklärte währenddessen unseren Gästen aus Balldorf auf dem Parkplatz den Sternenhimmel und erzählte ihnen dazu einige Sagen. Dafür verpasste er den Austritt von Europa und ein paar andere interessante Momente.
Nun war es Zeit, sich mal anderen Objekten zu widmen. Ich ging von Jupiter ein Stück rauf und holte mir M 33 rein. Den hatte ich schon besser vor der Linse. Die Andromeda Galaxie folgte ihm auf den Fuß und kam natürlich in Kurt´s Dobson am besten. Ich schwenkte weiter zu den Plejaden, dessen Sterne herrlich in den Tubus strahlten. Kurt blieb in der Andromeda und holte uns NGC 891 vom Himmel, eine Galaxie, bei der man auf die Kante schaut.
Als Gerald wieder mal ein Käuzchen rufen hörte, fiel mir der Eulenhaufen oder NGC 457 in der Kassiopeia ein. Ich schnappte meinen Atlas, suchte mir die Position und wenig später lachte mir jenes Tier ins Okular, das als Symbol für die Weisheit steht. Gefiel mir fast besser als auf so manchem Foto.


Rund um mich war schon alles in Aufbruchsstimmung. Zugegeben, so richtig scharf war ich auch nicht, mir noch länger den Arsch abzufrieren und der Dunst kroch immer näher. Aber erst mußte Jupiter noch mal dran glauben. Nun waren wieder alle der vier gallischen Monde deutlich neben ihn zu sehen.
Naja, sehr fett war die Beute diesmal nicht, aber den Götterboss so lange zu beobachten kommt auch nicht oft vor und wenn es mit der Eule auch nur ein Objekt war, daß ich mir das erste Mal vor die Linse holte, drang ich damit wieder in Bereiche vor, die ich noch nie zuvor gesehen habe.

Kurt hatte endlich wieder mal seinen 18“ Dobson mit 2000mm Brennweite auf den Platz gestellt.
Sepp hatte einen Mead Apo - 102/700, den er am Vormittag extra nochmal völlig zerlegt und gereinigt hatte.
Gerald beobachtete mit Equinox Apo mit 120mm Öffnung und 900mm Brennweite.
Und ich mit meinem Fh 102/1000



Beobachtungsbericht vom 30. September 2011

Wie so oft, wenn ich auf der Alm beobachte, war auch diesmal wieder öffentlicher Abend, also will ich uns die übliche Mail-Prozedur ersparen. Stört mich auch weiter nicht, solange sich der Mond nicht allzu lange über dem Horizont aufhält. Neu war, daß ich einen Notruf absetzen mußte, weil nach und nach Absagen hereinkamen. Naja, man sollte nächstes Jahr vielleicht nicht gerade den Freitag wählen, wo in Kärnten immer die große Astrowahlfahrt stattfindet, zu der auch immer einige von uns hin pilgern. Und wenn da noch andere wegen anderer Gründe ausfallen, wird es eng. Letztendlich waren wir aber doch zu viert, um dem astrointeressierten Laien den gestirnten Himmel näher zu bringen.
Außerdem war ein Pärchen angesagt, welches sich ein vor kurzem erworbenes Teleskop erklärt haben wollte und eine Familie, die nach ihrem Sohn einen Stern benennen ließen und diesen mal durch ein Teleskop betrachten wollten. Letzterer fielen dann zwar wegen Grippe aus, versprachen aber, dieses am nächsten öffentlichen Abend nachzuholen.
Als ich kurz vor 19 Uhr auf der Alm war, war Werner schon da und damit beschäftigt Gerlinde und Christoph, jene mit dem Teleskop, dieses denen zu erklären. Sie hatten ein ½ Meter Bresser Reflektor in Newton Bauart mit 114mm Öffnung und 1000mm Brennweite.
Als ich meinen Refraktor daneben aufgebaut hatte, zeigte ich ihnen gleich mal anhand des Mondes, welchen Vorteil mein Gerät gegenüber den ihren hat. Da fällt das Licht des Ojekts durch eine Linse 1000 mm direkt bis zum Okular, umgelenkt nur durch einen Zenitspiegel. Bei ihnen wird das Licht über vier Spiegel zum Okular geleitet, was zur Folge hat, das jeder seine Lichtmaut fordert. Das Ergebnis war ein wesentlich dunklerer Mond als bei mir. Zur Verteidigung muß noch gesagt werden, daß die 1“ Okulare gegen meine 2“ auch ziemlich blass aussahen, aber für den Preis, den sie dafür bezahlten, nicht schlecht.
In der Zwischenzeit waren auch ein Astronomie interessierter Großvater war mit seinem ebensolchen Enkel + zwei Freunden bei uns auf der Station. Ich zeigte auch ihnen den Mond, der schon bald seinen Abschied nahm und ging mit ihnen rüber ins Almhaus auf Kaffee und Torte.
Als wir wieder zurück waren, war es dunkel genug, um sich auch anderen Objekten zu widmen. M 101 im Großen Bärn mit der Supernova war das erste, schließlich kratzte die schon sehr am Horizont. Eine leichte Kost war sie deshalb nicht. Der Komet Garradd war da schon leichter. Er stand diesmal irgendwo im nirgendwo zwischen Adler, Leier, Herkules und Schlangenträger, war aber dennoch ein Hingucker.
Anhand vom Hantel Nebel erklärte ich Christoph, wie man Starhopping betreibt, was beim Ringnebel überflüssig war und bei unserer Nachbargalaxie, M 31 auch schon gut selbst funktionierte. Schön leuchtete sie mit ihren Begleitern ins Okular.
Hans und Roman waren inzwischen auch da und Werner telefonierte die längste Zeit schon mit Wolfgang, der Remote ein paar Bilder von zu Haus aus machte. Er machte einige zwei Minuten Aufnahmen von verschiedenen Objekten und wir konnten sie dank Live View auf Werners Laptop betrachten.
Als nächstes war dann Geisterstunde angesagt. Nein, es war nicht Mitternacht, ich holte Mirach und ihren Geist, auch bekannt als NGC 404, vom Himmel. Da wurde auch Hans neugierig. Roman zeigte in seinem APO ganz beeindruckend u. a. den Kugelhaufen M 13 und half Christoph diesen auch zu finden.
Werner hatte auch das Vereins Mead aufgebaut und Roman zeigte auch damit die verschiedensten Objekte, die durch mein Gerät nicht so gut rüber kamen, wie M 33. Gut konnte ich den zwar auch bei mir erkennen, aber für den haben wir ja noch etwas Zeit. Weiter ging die Reise zu NGC 752, einem offenen Schmuckkästchen in der Andromeda.
Christophs Augen glänzten, als er die Bilder durch unsere Teleskope sah. Ich sagte ihm, daß man mit 500 Euro locker einen Refraktor wie meinen bekommt.
„An Dobson kriagst owa a scho um des Göd!“ – meinet Roman.
„Jo, den kaunst daun ois Mistküwe zur Verfügung stön, wenn´sd moi zu an Teleskoptreffm kummst!“ – war meine Reaktion.
„Oda dein Refaktoa einesteck´n, waunst damit net z´friedn bist!“ – äzte Roman zurück.
So hat eben jeder seine Meinung.
Werner war plötzlich verschollen. Er war still heimlich in die Almhütte hinüber gegangen und brachte ein paar Wahlfahrer mit, die er dazu überreden konnte, auch einen Blick ins All zu werfen, ehe sie sich am nächsten Tag weiter auf ihren Weg nach Maria Zell machten.
Noch ehe ich Jupiter anvisierte, nahm ich noch schnell die Plejaden auf´s Korn. Naja, die haben sich auch eine höhere Stellung verdient. Jupiter war der letzte, den wir unseren Gästen präsentierten. Io hatte gerade eine Verfinsterung hinter sich und kam östlich des Planeten wieder zum Vorschein. Ganymed und Kallisto standen noch etwas weiter draußen, Europa westlich von ihm. Aber auch Jupi hatte sich eine höhere Stellung verdient.
Auch Roman verabschiedete sich schon von uns, fuhr aber erst noch mal mit zu Erika hinüber, mich packte plötzlich so ein Hungergefühl. Gegen ½ 12 war ich wieder zurück. Werner war auch schon am Heimweg und so waren Hans und ich alleine.
So suchte ich mir Zeta Cygni, jenen Stern, der nach dem kleinen Lukas benannt wurde. Naja, recht aufregend ist er nicht. Spektroskopisch ist er ein Doppelstern, visuell jedoch ein Stern wie viele andere, der gelb-weiß ins Okular strahlt.
Bei ihm schaute ich aber mal, wie es mit dem Seeing aussieht. Die Beugungsringe waren nur geringfügig ausgefranst und bekommt deshalb vorerst mal eine +2 und die Grenzgröße lag bei 5,6 mag. Leider war der Himmel durch hohe Cirren und Kondensstreifen aber ziemlich aufgehellt. Das verbesserte sich aber nach Mitternacht noch ein wenig. Mit Temperaturen um 15° war es auch fast spätsommerlich warm und auch der Wind verschonte uns weitgehend, von einigen mäßigen Böen abgesehen.
Eigentlich wollte ich als nächstes NGC 6649, einen offenen im Schild suchen. Sepp hatte ihn vor kurzem abgebildet, der war aber schon fast unterm Horizont. Naja, der nächste Sommer kommt bestimmt.
Jupiter kam jetzt, dank höherer Stellung, noch besser, von dem auch Hans sehr beeindruckt war. Jetzt zeigte er sich gleich noch einiges besser. Es waren einige Wolkenbänder zu erkennen, außerdem ein dunkler Fleck auf dem oberen Wolkenband.
Hans wollte diesmal NGC 1055 ablichten, gemeinsam mit M 77 im Walfisch. Dafür hatte er bis ½ 5 Uhr früh Zeit, ehe die Dämmerung den Himmel zu sehr aufhellte, um weiter sinnvoll zu belichten. Das höchst interessante Pärchen machte auch mich neugierig und war laut Karte auch leicht zu finden, und so holte ich sie mir gleich vom Himmel. Okay, NGC 1055 war etwas schwach auf der Brust, aber mit 10,6 mag. war sie nicht gerade die hellste. Somit beschloß ich, diesmal den Walfisch durchzumachen.
Mira fiel mir ein, die gerade ihr Maximum hatte. „Najo, a Stern – suach moi in Helix Nebel oda NGC 253 im Bildhauer.“ „Nix, i bleib jetzt im Walfisch!“
Ist ja wirklich nur ein Stern, aber eben einer, der nicht immer so gut zu beobachten ist, wenn der Walfisch mal über dem Horizont ist. Auf halben Weg zwischen dem Veränderlichen und M 77 fiel mir NGC 936 auf. War auch schön zu sehen. NGC 779 sollte eigentlich die nächste sein, die lies ich aber, vorerst.
Östlich von Theta Ceti sollten auch ein paar Galaxien zu finden sein, aber auch da war ich mir erst nicht sicher, ob da nun eine oder zwei zu sehen waren. Ich einigte mich zunächst mal auf eine, und das müßte dann natürlich die hellere der Gruppe sein, nämlich NGC 584. Alleine NGC 246, ein planetarischer in der Schwanzfloße des Meeresungeheuers brachte etwas Abwechslung bei meinem Streifzug. Der war, mit dem in ihm eingebetteten Sternen, mal wieder ein leicht zu identifizierenden Objekt. Mit 10,4 mag. dürfte er aber eher am oberen Ende der Nahrungskette sein, was mein Teleskop betrifft.
Hans war mittlerweile im Land der Träume, was mir sein schnarchen, verriet. Außerdem hörte ich immer wieder Hirsche röhren, muß wohl wieder mal Brunftzeit sein und gelegentlich einen Waldkauz, was Gerald wieder in Verlockung gebracht hätte.
NGC 720, östlich der Linie zwischen Zeta und Tau Ceti war die nächste. Auch die konnte ich relativ rasch abhacken. Meine Reise durch das antike Monster hatte bis hier her sicher mehr als eine Stunde gedauert, Mitternacht war schon eine gute Stunde vorbei und der Himmel kam mir noch etwas dunkler vor als am Beginn des Trips.
Na, dann versuchen wir doch noch mal NGC 779. Wau, die war aber schnell gefunden. Entweder hab ich vorher an der falschen Stelle herumgestochert oder der Himmel war nun wirklich besser. Mit 11,2 mag. war er das schwächste Objekt in dieser Nacht.
So, was bot sich noch alles an. Jota Ceti, ein Doppelstern, der sich aber nicht gerade doppelt zeigte. NGC 157, noch eine Galaxie, in unmittelbarer Nähe des Dopplers. Die war schnell gefunden, wenn auch nur ebenso schwach wie die anderen zu erkennen.
Jetzt machte ich mich noch mal über die Galaxiengruppe östlich von Theta Ceti her. Rasch war diese wieder gefunden und diesmal waren deutlich zwei, also neben NGC 584 auch NGC 596, zu sehn.
Der Himmel war jetzt noch eine Nuance besser als vor Mitternacht, das Seeing lag etwa bei 1- und man hätte sicher auch Sterne jenseits von 5,6 mag ausmachen können, aber meine Augen waren zu müde, um nochmal nach schwachen Punkten am Himmel zu suchen.
Für den Abschluß ging ich noch mal zurück zu M 77, in dessen Nachbarschaft nun NGC 1055 deutlich besser zu sehen war. Die Hirsche röhrten nun nicht mehr, nur aus der mittleren Hütte hörte ich immer noch ein schnarchen und ich stellte mir vor, so könnte sich auch ein Mönch anhören, zur selben Zeit.
Jupiter war dann das endgültige Schlußlicht und er stand da wie ausgestochen. Details waren zwar nicht mehr, diese aber besser zu sehen. Damit ging gegen 2 Uhr die wahrscheinlich beste Beobachtungsnacht in diesem Jahr zu Ende und wenn ich vor 2 ½ Jahren auch noch tiefer ins All blickte, stieß ich bei meinem Streifzug durch den Walfisch dennoch in Bereiche vor, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Roman hatte diesmal seinen Triplet APO mit 115 mm Öffnung und 800 mm Brennweite im Gepäck.

Außerdem betreute er das Vereins Mead, ein Schmidt-Cassegrain mit 250 mm Öffnung und 2500 mm Brennweite.
Christoph hatte den schon oben beschriebenen Bresser aufgestellt
und ich beobachtete durch meinen Fh 102 mit 1000 mm Brennweite



Ein Riss in der Sonne

Gestern stand wieder mal unser Tagesgestirn auf dem Beobachtungsprogramm. Nachdem mir Kurt bereits am Samstag den 24. wieder mal telefonisch bekannt gab, das ein Sonnenfleck mit bloßem Auge zu beobachten ist, hab ich da schon, erst mal mit meiner Finsternisbrille und später mit meinem kleinen die Sonne ins Visier genommen. Da stand dieselbe Fleckengruppe wie gestern gegen 15 Uhr noch etwas weiter im Osten und war auch noch weiter zusammengeschoben.
Während ich am Samstag nur etwa eine halbe Stunde beobachtete, widmete ich mich diesen Mittwoch, den 27., fast 1 ½ unseren Zentralgestirn. Inspiriert wurde ich durch ein Foto, das Tom schon am frühen Vormittag ins Forum gestellt hatte. Der Fleck vom Samstag zeigte sich langgezogen, fast wie ein Riss in der Sonne, wie er dazuschrieb.


Ein ausgiebiges Mittagessen und eine kurze Siesta später stellte ich diesmal meinen großen auf die Terrasse und richtete ihn wieder in Richtung Sonne. Jeder, der den Stern im Zentrum unseres Systems, schon mal länger als 10 Minuten beobachtet hat, wird bemerkt haben, wie schnell sich Flecken auf ihm verändern. Als ich die Beobachtung um 14 Uhr 50 begann, waren drei fadendünne Linien im „Riss“ zu erkennen, als ich sie um 16 Uhr 10 beendete, waren da schon deutliche Zwischenräume zu beobachten.
Um so etwas mit der Kamera festzuhalten, dauert einen kurzen Fingerdruck auf den Auslöser. Um das gleiche Szenario auf Papier zu bannen dauert mindestens eine Stunde. Da verändert sich sehr viel bei den Flecken, weshalb ich oft etwas mogle.
Ich mach mir eine Detailskizze der großen Fleckengruppe und eine Totalskizze, um die Positionen der kleinen festzuhalten. Wenn um die eine Penumbra zu erkennen ist, mach ich einen Kreis rundherum. Danach halt ich mich an die aktuelle Zeichnung der Kranzel Höhe, nehme die grobe Struktur heraus und passe die Feinzeichnung meinen Skizzen an. Das dauert dann noch mal zirka eine Stunde.
Am Samstag hatte ich Glück, da wurde die Zeichnung der Kranzel Höhe erste eine Stunde vor meiner Beobachtung angefertigt. Die Flecken hatten sich also nur geringfügig verändert. Am Mittwoch lagen mehr als 6 Stunden dazwischen.
Nachdem ich mein Teleskop schon mal aufgebaut hatte und Gerald etwas spät für eine gemeinsame Beobachtung nach Hause kam, richtete ich am Abend mein Teleskop noch mal zu Hause in den Himmel.
Eigentlich wollte ich nur dreierlei Dinge beobachten. Als erstes die Supernova in M 101. Die stand schließlich schon halbhoch im Nordwesten aber auch in der Lichtversifften Dunstglocke von Amstetten. Drei Straßenlaternen leuchten bis 22 Uhr in meinen Garten vor dem Haus. Meinen Hund beizubringen, Laut zu geben bevor er einen fahren läßt, ist leichter als da ein Fleckchen zu finden, wo keine Laterne hin leuchtet, außer hinterm Haus. Da leuchtet mir aber die Nova nicht ins Teleskop. Also probierte ich es an der Südwest Ecke, wo mir nur eine halb abgedeckte Laterne ins Auge blendete.
Ob ich die Nova tatsächlich im Okular hatte, will ich aber nicht behaupten. Einen verwaschenen Fleck, welcher die Galaxie sein hätte können, mit ein paar Sternen rundherum hatte ich mal im Auge, nur sicher bin ich mir eben nicht. Es hätte auch eine schwache Reflektion der Laterne sein können.
Egal, der nächste Kanditat war Garradd. Der stand irgendwo im Nirgendwo zwischen Leier, Herkules, Schlangenträger und Adler, in der Nähe einer markanten Sternengruppe im Ostteil des Halbgottes. Sehr ansehnlich war aber auch der nicht.
Jupiter war der dritte im Bunde und war trotz des Dunstes erstaunlich gut zu beobachten. Es gab fast kein zittern und ich konnte einige Farbbänder und einen dunklen Fleck im oberen Wolkenband erkennen. Für den roten Fleck hätte ich aber bis 5 Uhr früh warten müßen. Im Teleskopo zeigte sich Io links, Kallisto fast über sowie Europa und Ganymed rechts von ihm.
Gegen 22 Uhr beendete ich die Beobachtung, da stand die Deichsel des Wagens noch tiefer im Siff als zwei Stunden vorher und meine Zehen wurden langsam naß.

Beobachtungsbericht vom 2. September 2011

Es ist fast schon etwas spät, so lange hab ich noch nie für einen Bericht gebraucht. Heute ist schon Mittwoch und die Beobachtung liegt also schon fast eine Woche zurück aber was soll´s, es ist nicht aller Tage Abend und noch sind die Spuren frisch, also ran ans Werk.
Wie sollte es anders sein, es war wieder mal unserer öffentlicher Tag. Ich startete, wie immer, einen Aufruf, auf den, wie fast immer, kaum Echo zurückkam. Mit Gerald telefonierte ich unter der Woche mal wegen einer andern Sache und auch Werner meldete sich am Vortag, wer denn nun oben sei. Naja, immerhin hatte sich die FF Kirnberg mit 15 Personen angemeldet und denen sollten wir schon etwas bieten.
Eigentlich sah es während des Tages nicht gerade rosig aus, aber im Laufe des Nachmittags
verbesserte sich die Lage immer mehr. Natürlich mußte meine Frau wieder mal arbeiten und so mußte ich mit Gerald mitfahren. Der konnte aber erst ab ½ 9. Kurz bevor er kam traf ich Michael im Facebook und konnte ihn dazu überreden, auch zu kommen. Außerdem sollte laut Werner auch Roman da sein.
Bis Gerald bei mir war und wir endlich weg kamen, war es fast 9. Eine schwache Stunde später waren wir auf der Alm und hier fanden wir Werner von Leuten umringt, nicht von 15 sondern von fast 30.
Rasch baute ich mein Teleskop auf und Gerald schnappte sich einen Teil der Gruppe, spazierte mit ihnen auf den Parkplatz und erklärte ihnen, mit einem Laserpointer bewaffnet und den dazu passenden Sagen, den Sternenhimmel.
Ich fragte mal in die Runde, ob jemand eine Supernova sehen will. Naja, nicht gerade gut als Einstiegsobjekt, aber ich hatte SN2011fe in M 101 auch noch nicht gesehn und die stand schon ziemlich knapp über dem westlichen Hüttendach. Natürlich kam die Frage; „wos is a Supanova?“ Ich erklärte kurz die Fakten und einen Augenblick später hatte ich die Galaxie mit dem explodierenden Stern im Okular.
He, ich hab auch noch nie eine gesehn und wer weiß wie lange die noch mit kleinen Geräten zu sehn ist und vor allem, wann die nächste zu beobachten ist. Sie war überraschend gut zu sehn und stellte die ganze Galaxie in den Schatten. Naja, M 101 war für den Laien schon etwas schwierig zu erkennen aber wenn ich die Nova in die Mitte stellte und den Leuten erklärte, daß die Galaxie rechts oberhalb wäre, hörte ich zumindest von ein paar ein – aha.


Als ich nach einen Kometen fragte, meinten zumindest die Älteren, vor etlichen Jahren mal einen gesehen zu haben. Sie meinten natürlich Hale Bopp. Mit einem so hellen konnte ich natürlich nicht dienen, aber C/2009 P1, auch Garradd genannt, stand dafür inmitten von Cr 399 im Füchschen. Er hing am Hacken des Kleiderbügels und war sehr gut zu sehen. Leider sah man selbst durch das 17mm Okular nur einen Teil des Haufens, also stellte ich noch mein Fotostativ auf und schraubte meinen Feldstecher darauf. Dadurch konnte man den ganzen Haufen und den Kometen gut beobachten.
Als Gerald mit seiner Gruppe wieder runter kam, stellte er sein Speki auf, Werner gab auf die vielen Fragen so gut er konnte Antwort und ich holte den Kugelhaufen M13 im Herkules vom Himmel. Der war nun wirklich beeindruckend.
Ich wollte für etwas Abwechslung sorgen und so suchte ich als nächstes M8, den Lagunennebel im Schützen. Der stand schon etwas tief, aber er war mit dem in ihn eingebetteten Sternhaufe schön zu beobachten. Ich erklärte, daß dies ein Emissionsnebel sei und erzählte weiter, daß man in der Nähe gleich drei verschiedene Nebel in einem beobachten könnte und visierte den Trifitnebel an.
Ich war gerade mitten in der Bildbeschreibung, als hinter mir plötzlich jemand; „ Servus Alex!“ – sagte. Ich drehte mich um und Sarah stand hinter mir, unser Draht zur Weltpresse. Sie hatte schon vor ein paar Wochen angefragt, wann wir wieder mal beobachten. Ich antwortete ihr, daß dies die letzte Chance sein würde, wo man nicht drei Schichten Kleidung benötigt und nach einem kurzen SMS vor der Abfahrt war sie nun unter uns. Wir begrüßten uns kurz und ich erklärte auch ihr, was man sieht.
Bei 61 Cygni erzählte ich wieder mal alles was mir über die Parallaxe wußte und machte den Gästen klar, wie weit die beiden voneinander entfernt sind. Irgendwann, als ich die Andromeda Galaxie mit ihren Begleitern zeigte, waren schließlich auch Michael und Roman da. Zum drüberstreun, unsre Gäste waren schon in Aufbruchsstimmung, da sich die Wolken etwas verdichteten, holte ich noch den Doppelhaufen h/chi vor die Linse.
Warum verdichten sich die Wolken? Richtig, Roman baute seinen neuen Dobson auf, was in letzter Zeit nie ein gutes Zeichen war. Denn immer wenn er damit auftauchte, zog es zu. Man sollte ihm das wirklich verbieten.
Mit den aufziehenden Wolken zogen auch die Gäste ab und wir verzogen uns ins Almhaus, nur Roman hielt die Stellung, aber er mußte ja auch erst seinen Dobson justieren.
Werner hatte es sich verdientermaßen schon vor einer Weile hier bequem gemacht und plauderte mit ein paar Gästen. Wir bestellten uns Kaffee und Torte und schwärmten wieder mal über Erikas Backkunst.
Nach einer Zeit kam auch Roman rüber und meinte; „ Burschen, es is kloa!“ Ja, das was vor uns stand war aber auch kloa, ein Zirberl, nur um sich aufzuwärmen.
Wenig später, es war bereits fast 1 Uhr, waren wir wieder auf der Station. Klar schreibt man zwar anders, aber die Wolkendecke lichtete sich langsam wieder. Womit wir bei den Sichtbedingungen wären. Das Seeing war gut, also eine 2, die Grenzgröße lag zwischen 5 und 5,5 mag, immerhin konnte man die helleren Sterne des Kleiderbügels mit freiem Auge sehen. Wind wehte keiner und wir hatten ca. 17°.
Werner verließ uns gleich nach unseren Besuch bei Erika. Naja, soll sein Schaden nicht sein. Wir nahmen alle drei Jupiter auf´s Korn. Für den großen roten Fleck war es leider zu spät, da hätten wir ihn eine Stunde früher anvisieren müßen, aber er zeigte sich sehr Detailreich. Mehrere Wolkenbänder waren zu erkennen und ein Fleck, den wir erst für den Roten hielten. Aber ich erinnerte mich, daß der bereits um Mitternacht im Meridian stand und Cartes du Ciel gab mir recht. Es mußte also eine andere Wolkenstruktur sein. Ganymed und Io standen östlich, Kallisto - hab ihn selten so nah an Jupiter beobachtet - und Europa westlich. Bei Roman war er natürlich noch größer und in Gerald´s Speki, naja.
Ich verplauderte jetzt mehr Zeit, als ich beobachtete. Dafür war Roman fleißiger. Er holte nacheinander den Helixnebel im Wassermann, den Katzenaugennebel im Drachen und die Knochenhand und den Sturmvogel im Schwan ins Okular. Dank Filter waren sie allesamt echt eine Augenweide.
Sarah und Michael verließen uns irgendwann um die Zeit und ich suchte mir irgendwo dazwischen den 20 Vulpecula Cluster im Füchschen. Bis ich den hatte dauerte es eine Weile. Er stand ziemlich hoch und bei all den Sternen tat ich mir fast ein wenig schwer, mich zu orientieren.
Eigentlich handelt es sich beim Vulpecula Cluster um drei offene Haufen. NGC 6885 ist jener um den Stern BSC 20 Vul, NGC 6882 ist ein eher loser unspektakulärer Haufen nordöstlich davon und
NGC 6886 liegt zwischen den beiden. In ihm eingebettet ist das Himmels – W, daß ich schon vor
2 Wochen von zu Hause beobachtet hatte, aber nicht alle Sterne der Formation erkennen konnte. Diesmal sah ich sie alle, selbst den mit 11,03 mag. Er war zwar schwach, aber ich konnte ihn direkt sehen. Sterne dieser Größe dürften so ziemlich das höchste der Gefühle sein, was ich mit meinem Gerät sehe, außer der Himmel ist noch besser.
Für den Abschluß besuchte ich noch mal Jupiter und Garradd und kurz nach 2 Uhr packten wir zusammen und fuhren nach Hause. Roman hielt noch die Stellung, er wollte hier übernachten. Werner hat in seiner Eile vergessen eine der Hütten zu versperren, für die nur er einen Schlüßel hat und den wollte er am nächsten Tag holen. Die Ausbeute war zwar etwas dürftig, dafür hab ich mit SN2011fe wieder mal etwas beobachtet, was ich noch nie zuvor gesehen habe.
Heute Dienstag, wo ich den Bericht ins Net geb ist die Beobachtung schon 1 ½ Wochen her und als ich ihn begonnen hab zu schreiben fast eine Woche aber he, ich bin ja kein Auftragschreiber.

Gerald hatte sein Speki aufgestellt mit 80mm Durchmesser und 460mm Brennweite
Roman seinen neuen 16“ Dobson mit 1800mm Brennweite und wenn sich die Wolken in Zukunft immer so rasch verziehn, sollte er ihn immer im Gepäck haben.
Und ich hatte meinen Fh 102 mit 1000mm Brennweite und meinen 10x50 Feldstecher dabei.



(c) verein astrostation hochbärneck